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CD-Besprechung

The Young Beethoven

Music for Flute and Piano

The Young Beethoven

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 24.01.20

Klassik Heute
Empfehlung

MDG 903 2135-6

1 CD/SACD stereo/surround • 75min • 2018

Wenn ein Jubiläumsjahr wie die 250. Wiederkehr des Geburtstags Ludwig van Beethovens Werke in den akustischen Fokus rückt, von deren Existenz bisher nur Spezialisten eine Ahnung hatten, ist dies höchst begrüßenswert. Wenigen nur dürfte geläufig sein, dass der Komponist, obwohl er das Instrument nicht sehr schätzte, mehrere Werke für die Flöte hinterlassen hat. Weitere Stücke wurden von Zeitgenossen für die Flöte bearbeitet.

Überraschung: Beethoven als charmanter Sererenadenkomponist

Die Sonate WoO Anhang 4 in B-Dur – einer für die Flöte des 18. Jahrhunderts eher unbequeme Tonart – ist nur in einer einzigen Abschrift mit dem Vermerk „di Beethoen“ erhalten. Sie entstand – falls echt – noch in Bonn und lehnt sich stilistisch stark an Mozart an. Wie das ebenfalls aus dieser Zeit stammende, beglaubigte Duett für 2 Flöten WoO 26, das zeigt, dass der junge Beethoven einen wohlklingend zweistimmigen Satz beherrschte, gibt sie sich serenadenhaft.

Das 19. Jahrhundert war die Epoche der Bearbeitungen. Aus der Serenade für Flöte, Violine und Viola op. 25 wurde eine Sonate für Flöte und Klavier, deren Bearbeitung Beethoven zumindest durchsah und dann als sein op. 41 veröffentlichte. Die Horn-Sonate op. 17 wurde um 1830 von einem Unbekannten für Flöte arrangiert – bereits Beethoven selbst sah eine alternative Ausführungsmöglichkeit mit Violoncello vor. Die spieltechnisch anspruchsvollste Bearbeitung steuerte der Revolutionär des Flötenbaus und brillante Virtuose Theobald Böhm mit seiner Umformung des Adagios aus dem 1. Klavierkonzert in ein lyrisches Intermezzo bei.

Helen Dabringhaus und Fil Liotis sowie Vukan Milin (zweite Flöte im Duett) nehmen diese Nebenwerke ernst und präsentieren sie außerordentlich klangvoll. Die hohe Lage der Flöte klingt strahlend und dabei entspannt. Die Intonation ist makellos, die Artikulation lebendig. Das kann man auf modernen Instrumenten kaum besser machen.

Die Aufnahmetechnik macht alles richtig. Ein besonderes Lob gebührt Joachim Draheim für seinen kenntnisreichen und ausführlichen Booklettext.

Fazit: Klangschönes Flötenspiel in ausgezeichneter Aufnahmetechnik. Für Flötisten Pflichtkauf. Allen anderen empfohlen, die sich am „heroischen Beethoven“ bereits sattgehört haben.

Thomas Baack [24.01.2020]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 L.v. Beethoven Sonate B-Dur WoO Anhang 4 für Flöte und Klavier 00:22:33
5 2. Satz Largo aus Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 (Bearb. für Flöte und Klavier: Theobald Böhm) 00:09:08
6 Serenade D-Dur op. 25 für Flöte, Violine und Viola (Bearb. für Flöte und Klavier: Beethoven) 00:23:52
12 Duo G-Dur WoO 26 für 2 Flöten 00:06:00
14 Hornsonate F-Dur op. 17 (Bearb. für Flöte und Klavier) 00:13:56

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Duo FlautoPiano Duo
 
903 2135-6;0760623213569

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