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cpo 777 715-2

Italian Oboe Concertos

Diego Dini-Ciacci • Orchestra di Padova e del Veneto

1 CD • 58 Min. • 2009

Details (06.02.2012)

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777 715-2

Blättert man neugierig als erstes im Beiheft zur vorliegenden CD, so begrüßt einen das nicht gerade freundlich blickende Porträtfoto des namhaften Virtuosen und Dirigenten Diego Dini Ciacci. Auch die Auswahl der von ihm als Leiter diverser internationaler Oboisten-Meisterklassen, vorrangig am Mailänder Konservatorium, eingespielten Oboenkonzerte scheint auf den zweiten Blick eher seiner Sympathie für Komponistennamen aus dem italienischen Opernleben um 1800 zu entsprechen. Doch weit gefehlt! Solist, Programm und das temperamentvoll agierende Sinfonieorchester aus Padua und Venetien präsentieren eine von südländischer Sonne virtuos-heiter erwärmte und durchpulste Musik. So steht denn der distanziert-herablassende Blick des Solo-Oboisten in einem denkbar besten Kontrast zu allen seiner spritzig-witzig artikulierten Bläserkapriolen. Eleganz der Tongebung, Artikulation und eine unbeschwerte Heiterkeit, die das gesamte Tuttigeschehen beherrschen, sind zum Qualitätsmerkmal dieser Produktion geworden.

Auch der Ausflug in die konzertierenden Nebensparten jenseits des einst zentralen Opernschaffens der hier zu hörenden Meister unterschiedlichen Ranges, erweist sich als ein zugkräftiges Regiekonzept. Unversehens befindet man sich auf einer originellen Stilwanderung von Sammartinis dreisätzigem Concerto-Prinzip postbarocker Ritonellformen bis hin zu einem adretten Serenaden-Leichtgewicht des wenig bekannten Sante Aguilas (1734-1808). Dass sich hier, gleichsam als Zugaben-Finale, der Oboen-Solopart als trickreiche Mogelpackung erweist, ist seiner schlichten, musikalisch hübschen Fortspinnung des Orchesterthemas zu verdanken.

Bellinis und Rossinis „Oboenkonzerte" glänzen dagegen, wie erwartet, als einsätzige, ideenreich-attraktive Bühnenstücke mit zugkräftigen Solo-Auftritten des Blasinstrumentes in der Abfolge von Rezitativ-Arie-Cabaletta oder virtuos sprühenden Variationenfolgen. Die aparten Klänge des damals modernen Englischhorn mit je einem Konzertbeitrag Donizettis und dem (mehr als Kontrapunktlehrer und Kirchenmusiker tätigen) Giuseppe Pilotti (1784-1838) verleihen der Werkfolge einen zusätzlichen Reiz. Für ein nahtlos animierendes, durchaus nicht alltägliches Musikmosaik aus dem frühen 19. Jahrhundert ist also gesorgt. Klangbild und Aufnahmequalität komplettieren das Potpourri der Schönen Künste.

Gerhard Pätzig (06.02.2012)

Künstlerische Qualität:

8

Bewertungsskala: 1-10

Klangqualität:

9

Gesamteindruck:

9


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