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Bericht

Samstag, 4. Februar 2012
Klassik Heute - Hörführer

Semifinale der Hornisten beim ARD-Wettbewerb 2010

Beim 59. Internationalen Musikwettbewerb der ARD sind auch die Hornisten nach den beiden Vorrunden beim Semifinale angekommen. Von den 52 zugelassenen Bewerbern hatten 21 die zweite Runde und schließlich sechs von ihnen das Semifinale erreicht, das gestern nachmittag stattfand.

Die fünf Hornisten und eine Hornistin sind Dániel Ember (Ungarn), Lin Jiang (Australien), Premysl Vojta (Tschechien), Paolo Mendes (Deutschland), Cong Gu (China) und Luise Bruch (Deutschland). Sie traten in dieser Reihenfolge auf und spielten als erstes das zeitgenössische Pflichtstück von Jörn Arnecke Bamberger Hörnchen, ein collageartiges Stück, das dem Interpreten eine breite Scala an Dynamik und Klangnuancen abfordert. Alle Teilnehmer absolvierten es achtbar bis souverän, Luise Bruch am sichersten und schnellsten.

Begleitet vom Münchener Kammerorchester und Konzertmeister Daniel Giglberger standen dann das Mozart-Hornkonzert KV 417 oder wahlweise KV 495 auf dem Programm, beliebte Gipfelwerke der Hornliteratur. Geschrieben für den herausragenden Hornisten Joseph Leutgeb und das damals übliche Naturhorn, bieten sie heutigen Hornisten reichlich Möglichkeit zu differenzierter Gestaltung. Dániel Ember und Lin Jiang entschieden sich für das Konzer in Es-Dur 417 und im direkten Vergleich wurden die Unterschiede in der Wandlungsfähigkeit der Tongebung und der Stilsicherheit der beiden Interpreten hörbar. Dabei erwies sich Dániel Ember eindeutig als der ersiertere Interpret.

Premysl Vojta aus Tschechien, Paolo Mendes, Cong Gu und Luise Bruch hatten sich für das reizvolle Hornkonzert KV 495 entschieden und meisterten es sehr virtuos und mit jeweils unterschiedlichen Cadenzen, wobei Premysl Vojta die originellste Version zu bieten hatte und gleich eine paar Töne aus dem Stück von Jörg Arnecke übernahm. Paolo Mendes war etwas benachteiligt, denn er kam wegen einer Beinverletzung mit Krücken auf die Bühne. Luise Bruch, die einzige Hornistin unter den Kandidaten, überzeugte neben ihren klangschönen, fließenden Spiel auch durch ihre Bühnenpräsenz und Stilsicherheit. Die Jury unter dem Vorsitz von Milan Turkovic (Österreich) sowie Ab Koster (Niederlande), Dale Clevenger (USA), Wolfgang Gaag (Deutschland), Michel Garcin-Marrou (Frankreich), Vladimira Klánská (Tschechien) und Eric Terwilliger (Deutschland) kam zu der nachvollziehbaren Entscheidung, dass Dániel Ember, Premysl Vojta, Paolo Mendes und Luise Bruch den Sprung ins Finale geschafft haben. Es findet mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am Samstag, den 4. September um 16.00 im Herkulessaal der Residenz statt.

Für alle Teilnehmer, die nicht unter den ARD-Preisträgern sind, bedeutet dies nicht, umsonst gekämpft zu haben. Es gibt noch eine Fülle von Sonderpreisen und vor allem die Gewissheit für alle, die das Semifinale erreicht haben, dass sie auf einem guten Weg sind.

Marie-Luise v. Schuckmann, 2.9.2010

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